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Imkern und die liebe Bürokratie

Die Beuten sind bestellt, die Geräte sind hergerichtet. Der Frühling lässt aber noch auf sich warten, daher beschäftigen wir uns noch mit des Imkers unliebsamsten Thema: Der Bürokratie! Wir klären die wichtigsten Schritte vor der ersten Standbeschau im März.

Ich bin ein Landwirt – Was muss ich wo melden?

Als erstes muss der Kontakt zum zuständigen Veterinär gesucht werden. Der hilft bei der Meldung der Bienen bei der Stadt/Gemeinde, damit bei einem etwaigen Faulbrutbefall schnell Kontakt aufgenommen werden kann. Hier sollte der ungefähre Standort der Bienen bereits feststehen, damit der zukünftige Bienenstand auf mögliche gemeldete Krankheiten geprüft werden kann. Sollte der Stand diese Prüfung bestehen, können die Paletten rausgekramt werden.

Gar nicht so schlimm wie es wirkt: Die Anmeldung bei der Tierseuchenkasse.

Der nächste Schritt besteht in der Meldung an die Tierseuchenkasse TSK. Die Kosten hierzu sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Die Meldung ist obligatorisch, da im Falle einer Keulung bei Kontamination, beispielsweise durch die amerikanische Faulbrut, eine Ausfallzahlung erfolgt, sobald die Völker gemeldet wurden. Die Anmeldung erfolgt schnell und problemlos mit nur einem einzigen Formular. Pro Jahr kann man dann online den Bestand nachmelden, wobei geringe Kosten anfallen: Bis 10 Völker kostet es in NRW 10€, dann pro gemeldetem Volk noch mal je 1€. Als Völker zählen hier auch die geplante Anzahl an Ablegern, die man fürs kommende Jahr einwintern will. Also gilt hier: Vorausschauend handeln!

Warum Verein – Ich imkre doch allein?

Jetzt muss nur noch ein geeigneter Imker-Verein gefunden werden. Ein Verein hilft nicht nur bei der Beschaffung der ersten Bienen und bei Problemen, nein er bietet auch die Vorteile, wie z.B. dass Mitglieder zumeist die Imker-Haftpflicht für ihre Bienen direkt dort abschließen können. Des Weiteren können Fachjournale wie das Bienenjournal verbilligt geordert werden.

Auch Imker, die abseits der verbreiteten Magazin-Imkerei ihr Handwerk erledigen, finden zum Beispiel bei Mellifera e.V. ihr Zuhause. Wir sind bei den Ruhrstadtimkern beheimatet, die uns neben einer Mittelwandpresse auch mit guten Ratschlägen und der Möglichkeit einer Schleuderparty aushelfen. Das ist perfekt für beengt lebende Stadtimker die weder finanzielle Möglichkeiten noch den Platz haben eine sperrige Schleuder aufzustellen.

Welches Buch für den Anfang?

In unserer Literaturübersicht haben wir bereits zwei Werke empfohlen, die für den Einstieg ideal sind: Kohfinks „Imkern in der Stadt“ und Liebigs „Einfach Imkern“. Beide Werke begleiten den Imker durch das Bienenjahr und können so wertvolle Tipps liefern. Ebenfalls empfehlenswert sind die Online-Kurse der Honigmacher.

Die lieben Nachbarn

Gerade bei Stadtimkern immer wieder ein Quell an potenziellem Ärger: Die Nachbarschaft! Bevor die Bienen kommen, ganz offen die Nachbarn fragen und informieren. Zumeist sind die Reaktionen positiver Natur! Sollte die Reaktion negativ sein, empfehlen wir die Beuten mit dem Flugloch, sofern es möglich ist, in die andere Richtung auszurichten. Ganz vermeiden kann man es allerdings nicht, dass die Bienen durch die Nachbarschaft schwirren. Vielleicht kann ja ein Glas Honig der ersten Ernte die erhitzten Gemüter besänftigen.

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Kontakt

Benjamin Mewes &

Marie-Christine Waasem

Karl-Friedrich-Str. 31

44795 Bochum

 

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