· 

Bienen auswintern I - die erste Standschau nach dem Winter

Der Frühling naht, die ersten Haseln und Weiden blühen und bieten den Bienen die wichtige Nahrung. Insbesondere Pollen wird für die Aufzucht der jungen Brut benötigt. Ab 10°C Außentemperatur starten die Bienen in den Reinigungsflug. Wie im letzten Eintrag angekündigt, stand unsere erste Standnachschau nach dem Winter an. Doch wie beurteilt man die Volksstärke und Futtervorrat? Wir nehmen Sie mit auf den ersten Besuch am Stand!

Freuden- oder Totentanz?

Die erste Freude ist groß: Alle Völker sind lebend aus dem Winter gekommen. Hinter jeder Folien beäugen uns die Immen mit ihren Facetten-Augen und wuseln emsig über die Rähmchen. Die meisten Trauben sitzen bei der zwei-zargigen Überwinterung oben. Mit noch 5-8 besetzten Rahmengassen sehen die Völker gut aus. Kein offensichtlicher Schwächling dabei!

 

Mit dem Futter sieht es nicht so rosig aus: Ein Volk läuft nahezu trocken. Trotz einer Einfütterung von >20kg bei den Wirtschaftsvölkern ist noch weniger als 5kg Futter in den Waben. Es ist also eine Nachfütterung angesagt. Besonders bei angekündigten Kälteeinbrüchen kann das Futter nun eng werden und der Hungertod durch Futterabriss drohen. Durch die niedrigen Temperaturen verzichten wir auf Flüssigfutter und geben pro Volk einen aufgeschlitzten Beutel mit Futterteig direkt auf die Bienentraube. Das lindert die Not!

 

Da die Temperaturen noch zu kalt sind (knapp unter 10°C), entschließen wir uns erst Ende März die Weiselrichtigkeit der Völker zu prüfen. Das heißt, dass wir ohne weiteres Ziehen von Rähmchen keine Aussage treffen können, ob die Königin den Winter überlebt hat und noch gesunde Arbeiterinnen zur Welt bringt. Das fleißige Einbringen von Pollen vor den Fluglöchern ist jedoch ein Indiz auf das gestartete Brutgeschäft. Allein diese Betrachtung des Flugbetriebs ohne Störung der Traube ermöglicht eine einfache Abschätzung wie es dem Volk geht.

Zaghafte Aktivität am Bienenstock... Wenige tote Bienen liegen vor der Beute.
Zaghafte Aktivität am Bienenstock... Wenige tote Bienen liegen vor der Beute.

Einzarger: wann erweitern?

Unser letzter Ableger von 2017 wurde nur mit einer Zarge eingewintert. Zur Zeit der Salweiden-Blüte werden wir eine zweite Brutraumzarge aufstellen und somit dem Volk mehr Platz geben. Da unsere Referenz-Weide jedoch noch keine Blüten zeigt, warten wir damit auch noch bis Ende des Monats März. Für alle diejenigen unter Ihnen, die keine Salweide in der Nachbarschaft haben, sei der Kalender des DWD mit phänologischen Daten genannt. Hier können aktuelle Meldezahlen abgerufen werden.

Kontakt

Benjamin Mewes &

Marie-Christine Waasem

Karl-Friedrich-Str. 31

44795 Bochum

 

Illustration